Novemberpogrome 1938: Gedenken in Potsdam an Elisabeth und Paul Salinger

potsdam.de

09.11.2020

Paul Salinger und Elisabeth Salinger, geb. Breslauer

Das Ehepaar Elisabeth und Paul  Salinger führte ein gutbürgerliches und kunstinteressiertes Leben. Sie wurden 1942 nach Theresienstadt deportiert und sind dort umgekommen.

Paul Salinger wurde am 21.5.1865 in Berlin geboren und wohnte ab 1920 in Potsdam. Als erfolgreicher Architekt entwarf er zusammen mit seinem Freund und späteren Schwager Alfred Breslauer viele Villen und Landhäuser. Seine spätere Ehefrau Elisabeth wurde am 1.11.1870 als vierte von fünf Geschwistern in Berlin geboren. Sie wurde protestantisch getauft und erst durch die Heirat mit Paul Salinger eine sogenannte Geltungsjüdin.

Das Ehepaar lebte mit Tochter Charlotte und Elisabeths Schwestern Helene und Hedwig im Elternhaus Breslauer in der Jägerallee 25. Salingers führten einen gepflegten Haushalt, waren an Kunst, Musik und Literatur interessiert und besaßen eine große Hausbibliothek. Paul war ein begeisterter Uhrensammler und spielte Schach, was er auch seinen Enkelkindern lehrte. Elisabeth liebte besonders den großen Garten, dort hielt sie sogar Bienen. Das Ehepaar Salinger war überzeugt, dass ihnen die Nazis wegen ihres fortgeschrittenen Alters nichts anhaben würden, sie blieben deshalb in Deutschland. Trotzdem mussten beide am 2.10.1942 ihre Vermögenserklärung ausfüllen und wurden am 3.10.1942 mit dem „3. großen Potsdamer Alterstransport" nach Theresienstadt deportiert. Dort sind beide verstorben. Ihr Eigentum wurde am 16.11.1942 an „interessierte" Nachbarn zwangsversteigert.

Adresse: Stolpersteine für Paul Salinger und Elisabeth Salinger, geb. Breslauer, Jägerallee 25, 14469 Potsdam.

Weitere Informationen: www.potsdam.de/content/paul-salinger-und-elisabeth-salinger-geb-breslauer